Die Schulform Erweiterte Realschule

Die Erweiterte Realschule  ist eine saarländische Schulform, die vor einigen Jahren durch die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule als Sekundarschule entstanden ist.

In den Klassenstufen 5 und 6 werden seither die Kinder gemeinsam unterrichtet. Zu den unterrichteten Fächern der Erweiterten Realschule gehören Deutsch und Mathematik, 1.Fremdsprache, Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde, Biologie, Chemie, Physik, Arbeitslehre,
Religion, Bildende Kunst, Musik und Sport.

In der Klassenstufe 5 kann je nach Standort mit Französisch oder Englisch als 1. Fremdsprache begonnen werden. Ab Klassenstufe 6 werden die Schüler in ihrer jeweiligen 1. Fremdsprache auf zwei Anspruchsebenen, in einen Grund- und einen Erweiterungskurs, d.h. hier erfolgt bereits eine erste Differenzierung.

Eine endgültige Entscheidung, ob die ERS mit einem mittleren Bildungsabschluss oder dem Hauptschulabschluss beendet werden soll, wird zum Ende von Kassenstufe 6 anhand der Leistungen des Schülers getroffen. Doch ein Wechsel ist in Klassenstufe 7 in beide Richtungen noch immer möglich. Hier gilt eine feste Punkte-Umrechnungstabelle.

Ab der Klassenstufe 7 wird Unterricht in abschlussbezogenen Klassen erteilt. Die Schüler werden in einem auf den Hauptschulabschluss und in einem auf den mittleren Bildungsabschluss bezogenen Zweig unterrichtet. In beiden Zweigen unterstützen Praktiken den Praxisbezug.

Seit Herbst 2001 werden im H-Zweig im Schuljahr 9 sog. Praxistage angeboten, d.h. nach einer Vorbereitungsphase zu Beginn des Schuljahres können die Schüler bis zur Ausgabe der Halbjahreszeugnisse einmal wöchentlich an einem Praktikum teilnehmen. Damit soll der Weg in den beruflichen Alltag geebnet werden. Hilfreich sind Maßnahmen der Agentur für Arbeit, die staatlich finanzierte Ausbildungsstellen in Ausbildungszentren vermitteln. Jugendliche, die ihre allgemeine Vollzeitschulpflicht (9 Jahre) erfüllt haben und weder eine betriebliche Ausbildung beginnen noch eine weiterführende Schule besuchen, müssen das Berufsgrundbildungsjahr als 10. Pflichtschuljahr besuchen. Es gilt als erste Stufe der Berufsausbildung und wird je nach Berufsfeld in unterschiedlichen Organisationsformen durchgeführt. Näheres s. www.bildungsserver.saarland, Bildungswege.

Nach dem Erwerb des Realschulabschlusses stehen den Schülern verschiedene Wege offen. Sie können sich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Abhängig vom Notendurchschnitt und den Aufnahmebedingungen der jeweiligen Schulen können sie eine Fachoberschule oder eine Berufsfachschule besuchen und dort ihre Fachhochschulreife erwerben. Möglich ist aber auch der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife an Gymnasien, Beruflichen Gymnasien, Gesamtschulen und Erweiterten Realschulen, die über eine gymnasiale Oberstufe verfügen. Eine entscheidende Rolle spielt hier die Sprachenfolge. Näheres s. www.bildungsserver.saarland, Bildungswege.

Aufgrund der Länderhoheit in Bildungsfragen herrscht in ganz Deutschland ein riesiges Wirrwarr der Schulformen. Während viele Bundesländer noch immer unsere altbekannte Realschule beibehalten haben, sind einige bereits andere Wege gegangen. Rheinland Pfalz schuf im Jahr 1997 Regionale Schulen, die Bremen schuf im Jahr 2004 durch die Zusammenfassung von Haupt- und Realschule Sekundarschulen, in denen die Schüler der 5. und 6. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Dort werden ab der 7. Klasse Mathematik und Englisch, ab der 8. Klasse auch Deutsch leistungsdifferenziert in zwei unterschiedlichen Gruppen erteilt. Ab der 9. Klasse erst werden die Schüler in abschlussbezogene Profilklassen eingestuft. In Brandenburg wurden 2005 alle Realschulen und Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe zu Oberschulen zusammengefasst. Bei Tagungen des Bundeselternrates lässt sich diese Unterschiedlichkeit immer wieder feststellen und noch immer ist die Schullandschaft in Bewegung.

In der Landeselternvertretung der Erweiterten Realschulen im Saarland waren 49 staatliche und 2 private Erweiterte Realschulen vertreten.

 

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