01.12.2010

Redebeitrag zu der Demonstration gegen Bildungsabbau.

Die Gesamtlandeselternvertretung des Saarlandes zeigt sich besorgt über die Sparmaßnahmen der Landesregierung im Bildungsbereich.

Deshalb haben wir beschlossen diese Protestdemonstration mit zu unterstützen und dazu aufzurufen.

Die Sparmaßnahmen stehen im Gegensatz zu den Versprechungen von Bildungsminister Klaus Kessler, an der Bildung werde nicht gespart, sondern die Aufwendungen würden um 30 Prozent erhöht.

Diesen Vorankündigungen der Jamaika-Regierung folgen jetzt lediglich Sparanträge:

Angefangen mit der Abschaffung der Beitragsfreiheit für das dritte Kindergartenjahr und an der Ganztagsschule, die Kürzungen bei der Frühförderung und den ambulanten Hilfen zur Schulbildung von Kindern mit Behinderungen und schließlich die finanziellen Einschränkungen bei der Schülerbeförderung.

Hinzu kommt die Nullrunde für die Beamten, die Einführung einer Kostendämpfungspauschale für die Beihilfe und die Absenkung der Eingangsbesoldung für den gehobenen und höheren Dienst, d.h. auch für Lehrer/innen. Dadurch ergeben sich für die Berufseinsteiger im Lehramt erhebliche Einkommensverluste. Wir befürchten, dass kostenintensiv ausgebildete Referendare/innen dann in andere Bundesländer abwandern, vor allem auch in den Mangel fächern.

Ein Lehrermangel ist entsprechend vorprogrammiert bzw. wird in einigen Bereichen wie den Berufsschulen und Förderschulen noch weiter verstärkt.

Bei einer Veranstaltung von der SPD haben wir mit Erstaunen erfahren, dass auch wir Eltern von den Sparmaßnahmen betroffen sind. Ich finde es schon erstaunlich, dass wir die Kürzung von voraussichtlich 60% noch nicht von offizieller Stelle bestätigt bekommen haben.

Sehr geehrter Herr Minister Kessler bedeutet ihnen die Ehrenamtliche Arbeit von demokratisch gewählten Elternvertreter/innen so viel, dass wir jetzt noch einsparen müssen.

Ehrenamt kann man nicht bezahlen, aber wir wollen auch Öffentlichkeitsarbeit, Informationsarbeit und uns auch Fort- und Weiterbilden, dazu braucht man Geld das gibt es nicht umsonst.

Bei allem, was die Bildung betrifft, müssen die jeweiligen Regierungen endlich einsehen, dass sie viel Geld zur Verfügung stellen müssen. Man kann nicht erwarten, dass unsere Kinder gute Leistungen erbringen sollen, aber die Rahmenbedingungen dazu stimmen nicht.

Wir brauchen gut ausgebildete und motivierte Lehrerinnen und Lehrer, denn Bildung ist die Grundlage einer demokratischen und sozialen Gesellschaft.

Nun wird von der Landesregierung jede Sparmaßnahme mit der Schuldenbremse begründet. Diejenigen, die gegen Kürzungen protestieren, werden aufgefordert, eigene Sparvorschläge zu machen.

Warum sollen eigentlich Schulden fortwährend dadurch gebremst werden, dass bei der Bildung, bei Beschäftigten. sozial Schwachen oder Behinderten gespart wird? Warum sparen wir uns nicht endlich millardenschwere Kriegseinsätze, Rettungsschirme für Bankenprofite oder Steuererleichterungen für Wohlhabende?

Wir haben doch in der Krise gelernt, dass es nicht an Geld sondern an Gerechtigkeit mangelt. Lassen wir uns nicht länger nach dem St. Floriansprinzip gegeneinander ausspielen!

Wir rufen daher alle Eltern auf, uns bei unserem Protest zu unterstützen, damit wir auch weiterhin für die Belange unserer Kinder und Jugendlichen einsetzen  können.

Dieses Thema geht uns alle an !!


Waltraud Andruet
Vorsitzende der GLEV


 

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Let's read them a story - The parent factor in education

Wie Eltern das Lesevermögen ihrer Kinder steigern können.

Freitag, den 11. Mai 2012 in Potsdam