16.05.2012

Resolution - Frühjahrsplenartagung des Bundeselternrats

Die Bedeutung der Bildung für eine gerechte Gesellschaft

Dazugehören als Menschenrecht – inklusive Bildung in Deutschland

Frühjahrsplenartagung des Bundeselternrats
11.–13.05.2012, Potsdam

Die Bedeutung der Bildung für eine gerechte Gesellschaft
Dazugehören als Menschenrecht – inklusive Bildung in Deutschland

Jedes Kind hat das Recht, dort zu lernen, wo es lebt. Das Recht, dazuzugehören, ist nicht mehr umstritten. Bei inklusiver Bildung geht es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie.

Inklusion ist Pflicht und Verpflichtung. Das Bildungssystem muss allen Kindern und
Jugendlichen gerecht werden, vom Kleinkind bis zum Auszubildenden in der Berufsschule.

Inklusion gehört in alle Schulgesetze. Verbindliche Ausführungsbestimmungen müssen
Rechtssicherheit schaffen. Inklusive Bildung ist die Aufgabe aller Schulen, ohne Vorbehalt.

Inklusion kann gelingen. Das beweisen unter anderem Schulen, die mit dem Jakob-Muth-Preis ausgezeichnet wurden. Hier hat sich die Schulgemeinschaft mutig selbst auf den Weg gemacht, weil sie nicht auf ideale Rahmenbedingungen warten wollte. Sie arbeitete schon inklusiv, bevor Deutschland die UN-Konvention unterzeichnete, die das Recht aller Kinder und Jugendlichen auf inklusive Bildung festschreibt.

Inklusion ist finanzierbar! Den Hinweis auf Finanzierungsprobleme hält der Bundeselternrat für ein vorgeschobenes Argument. Studien deuten darauf hin, dass ein inklusives Schulsystem nach einer Übergangszeit nicht teurer ist als das derzeitige exklusive. Betrachtet man die Wirkung inklusiver Schulbildung, ergibt sich ein volkswirtschaftlicher Gewinn.

Die Umstellung auf ein inklusives Bildungssystem ist eine Herausforderung, der sich die gesamte Gesellschaft stellen muss. Die im Bundeselternrat organisierten Landeselternvertretungen engagieren sich gern, Eltern und Kinder dabei zu unterstützen und Politik und Verwaltung zu beraten.

Der Einstieg in die inklusive Bildung braucht professionelle Vorbereitung:

  • konkrete Umsetzungspläne mit zeitlichen und inhaltlichen Vorgaben
  • eine exakte Aufschlüsselung aller Ausgaben im Bildungssystem, um die tatsächlichen
  • Kosten transparent zu machen
  • inklusionsorientierte Ausbildung, verpflichtende Fortbildung und Weiterbildung des pädagogischen Personals
  • multiprofessionelle Teams
  • Inklusionslotsen als professionelle Beratung und Begleitung bei allen
  • organisatorischen Fragen zur Inklusion, insbesondere als Unterstützung der Eltern

Eine inklusive Schule fühlt sich für alle Kinder und Jugendlichen verantwortlich. Das ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer gerechteren Gesellschaft. Wo Aussonderung nicht stattfindet, muss nicht nachträglich integriert werden.

Der Bundeselternrat fordert eine öffentliche Informations- und Imagekampagne, um die Gesellschaft für die Inklusion zu gewinnen.
Potsdam, 13. Mai 2012

 


 

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